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Kurz gesagt
- Ein Farbraum Face ist kein UGC-Creator, der zu Hause Produkte filmt, sondern ein Host, der an einem Produktionstag in einen Betrieb geht und die Leute dort aus der Reserve holt.
- Du brauchst keine Follower. Du brauchst Präsenz, Neugier und die Fähigkeit, in 30 Sekunden auf den Punkt zu kommen.
- Marktspannen zur Orientierung: UGC-Videos 50–700 €, Creator-Drehtage vor Ort 600–1.200 € (Influentials, Jobwork 2026). Was Faces bei uns bekommen, besprechen wir persönlich.
- Als selbstständiger Creator solltest du KSK, Rechte und Kennzeichnung kennen – die Kurzfassung steht unten.
- Bewerbung: ein Video, 60 Sekunden, Handy reicht – über die Faces-Seite. Wir melden uns bei jedem.
Was ist ein Farbraum Face – und was ist es nicht?
Ein Farbraum Face ist ein Creator aus unserem Pool, der als Host durch die Videos eines Betriebs führt: vor Ort, mit echten Mitarbeitern, in einem festen Format. Du stellst die Fragen, hältst das Tempo, bringst die Energie – und die Leute aus dem Betrieb geben die Antworten. Du spielst keinen Mitarbeiter und keinen Kunden. Du bist erkennbar der Besucher, der wissen will, wie es hier läuft.
Das unterscheidet dich von klassischem UGC: Dort filmst du zu Hause ein Produkt und tust so, als hättest du es gekauft. Bei uns stehst du um 6:30 Uhr in einer Bäckerei in Paderborn, in einer Lagerhalle in Bielefeld oder auf einer Baustelle in Gütersloh – und holst aus einem Polierer, der „eigentlich nicht vor die Kamera will“, den besten Satz des Tages. Falls du wissen willst, warum wir das so machen: UGC Agentur? Wir nennen es Faces.
Was du mitbringen musst (und was nicht)
| Brauchst du | Brauchst du nicht |
|---|---|
| Präsenz vor der Kamera: Du kannst in 30 Sekunden einen Gedanken sauber zu Ende bringen | Follower. Deine Reichweite ist nicht Teil des Deals |
| Neugier auf Menschen: Du fragst nach, statt abzulesen | Schauspielausbildung. Wir wollen dich, nicht eine Rolle |
| Tempo und Energie – auch um 6:30 Uhr in einer kalten Halle | Eigene Kamera oder Schnittsoftware. Das Team ist dabei |
| Zuverlässigkeit: Ein Produktionstag ist ein Tag, kein Nachmittag | Wohnort in Paderborn. OWL und NRW reichen, wir fahren gemeinsam |
| Respekt vor Leuten, die körperlich arbeiten. Kein Spott, kein Von-oben-herab | Erfahrung mit Werbetexten. Werbesprache wollen wir gerade nicht |
Alter spielt keine Rolle. Wir brauchen Faces, die 19 sind und Azubis ansprechen, und Faces, die 45 sind und mit einem Einkaufsleiter auf Augenhöhe reden. Humor ist ein Plus: In der Faces-Serie spielen zwei bis drei Faces Szenen aus dem Betriebsalltag, ohne dass jemand aus dem Betrieb im Bild sein muss.
Was Creator am Markt verdienen
Damit du einordnen kannst, wo du stehst, hier die öffentlich ausgewiesenen Spannen – das sind Marktwerte, keine Farbraum-Honorare. Was ein Face bei uns pro Produktionstag bekommt, besprechen wir persönlich, abhängig von Erfahrung, Rolle am Tag und Rechteumfang.
| Leistung | Spanne | Quelle |
|---|---|---|
| UGC-Video, Einstieg | 50 – 150 € | Influentials 2026 |
| UGC-Video, erfahrene Creator | 150 – 350 € | Influentials 2026 |
| UGC-Video, Top-Creator | 350 – 700 €+ | Influentials 2026 |
| Plattform-Festpreis (Speekly) | 119 – 159 € pro Video, davon geht die Plattform-Marge ab | Speekly 2026 |
| Creator-Drehtag vor Ort | 600 – 1.200 € | Agentur-Schätzung aus Ausschreibungen (Jobwork 2026) |
| Paid-Rechte / Whitelisting | +20 – 50 % oder monatlicher Buyout | Influentials 2026 |
| Kleindarsteller Film/TV (zum Vergleich) | 120 € pro Einsatztag | Tarifvertrag Filmschaffende 2025 |
So läuft ein Produktionstag für dich
- Vorher: das BriefingDu bekommst den Plan aus dem Vision-Briefing mit dem Betrieb: Wen soll die Serie erreichen, welche Formate laufen, wer aus dem Team ist dabei, welche Fragen tragen. Du lernst keine Texte auswendig – du kennst die Richtung.
- Morgens: Ankommen und VertrauenDas Team ist meist vor Schichtbeginn vor Ort. Deine erste Aufgabe ist nicht die Kamera, sondern Kaffee mit den Leuten, die gleich im Bild sind. Wer dich mag, redet.
- Tagüber: Formate abarbeitenSchichtwechsel, 30 Sekunden Klartext, Die ehrliche Antwort – jedes Format hat einen festen Aufbau. Du führst, das Kamerateam fängt ein, der Produktionsleiter hält die Liste. Je nach Face-Anteil bist du mal sichtbar, mal nur die Stimme hinter der Frage.
- Zwischendurch: selbst drehenWenn mehrere Faces am Tag sind, drehst du zusätzlich eigene Clips – Reaktionen, Vlogs, kurze Erklärstücke. Mehr Material in derselben Zeit.
- Danach: Freigabe und SerieDas Content-Paket geht an den Betrieb, nach der Freigaberunde läuft die Serie über Wochen. Du siehst dich auf den Kanälen des Betriebs – und darfst das mit Verweis auf uns auch zeigen.
Rechte, KSK, Kennzeichnung: die Kurzfassung
Das ersetzt keine Steuerberatung, aber diese drei Dinge solltest du kennen, bevor du als Creator arbeitest:
- Nutzungsrechte. Du überträgst Rechte an deinem Bild und deiner Stimme – bei uns klar aufgeschlüsselt nach Kanälen des Betriebs (Standard) und erweiterter Nutzung wie bezahlten Anzeigen (Erweitert). Lies, was du unterschreibst, auch bei uns.
- Künstlersozialkasse. Als selbstständige Creator kannst du unter die KSK fallen – das ist für dich ein Vorteil (Kranken- und Rentenversicherung zu Arbeitnehmerkonditionen). Auftraggeber zahlen die Abgabe von 4,9 % (2026) ab 1.000 € Jahresentgelt. Prüf, ob du dich anmelden kannst.
- Kennzeichnung. Werbung muss als Werbung erkennbar sein (Leitfaden der Medienanstalten, 2025). Bei Videos auf den Kanälen des Betriebs ist das meist eindeutig; sobald du etwas auf deinem eigenen Account teilst, musst du kennzeichnen.
- Scheinselbstständigkeit. Wer immer für denselben Auftraggeber zu dessen Zeiten arbeitet, riskiert diesen Status. Deshalb buchen wir dich tageweise, projektbezogen – und du darfst und sollst auch für andere arbeiten.
So bewirbst du dich
- Ein Video, maximal 60 Sekunden, mit dem Handy. Hochkant. Stell dich vor und erklär uns in einem Satz, warum ein Bäcker um 4 Uhr morgens mit dir reden würde.
- Keine Hochglanz-Bewerbung. Wir wollen sehen, wie du bist, wenn die Kamera läuft – nicht, wie gut dein Schnittprogramm ist.
- Schick es über die [Faces-Seite](/faces). Dort steht das Formular. Wir melden uns bei jedem, auch bei Absagen.
- Probetag. Wenn es passt, bist du bei einem Produktionstag als zweites Face dabei. Danach wissen beide Seiten Bescheid.
Fazit
UGC Creator werden heißt bei den meisten Plattformen: zu Hause filmen, pro Clip bezahlt werden, austauschbar sein. Ein Farbraum Face ist das Gegenteil: vor Ort, pro Tag, als Host mit Gesicht und Namen in einer Serie, die wochenlang läuft. Wenn du Menschen magst und Tempo hast, ist das der bessere Job. Und falls du wissen willst, was die Betriebe davon haben: Corporate Influencer – wie Mitarbeiter zum Gesicht werden.
Quellen
Honorare sind öffentlich ausgewiesene Marktspannen (netto, Stand 2025/2026), keine Farbraum-Honorare. Rechtliche und steuerliche Hinweise ersetzen keine Beratung.
- Influentials: Was kostet UGC? (2026) – Honorarspannen pro Video, Paid-Aufschläge
- Speekly: UGC-Videos Preise (2026) – Plattform-Festpreise 119–159 €
- Jobwork: UGC-Creator-Ausschreibung (2026) – 600–1.000 € pro Drehtag als Marktbeispiel
- Tarifvertrag für Film- und Fernsehschaffende (2025) – Kleindarsteller 120 € pro Einsatztag
- Künstlersozialkasse: FAQ Unternehmen und Verwerter – Abgabe 4,9 % (2026), Grenze 1.000 €
- Deutsche Rentenversicherung: Scheinselbstständigkeit (2026) – Kriterien
- Die Medienanstalten: Leitfaden Werbekennzeichnung (2025) – Kennzeichnungspflichten