Hallo du,
ja, eine Postkarte. Passt ja zur Kur. Du hast gelacht, als ich gesagt hab: Kneippen in Bad Wünnenberg. Tja … die Füße sind kalt, aber die Laune ist bestens.
Morgens lauf ich am Teich entlang, und oben drehen sich die Windräder, als würden sie dem ganzen Ort frische Luft zufächeln. Gestern bin ich zweimal Big Sam runtergerutscht. Erzähl's keinem.
Im Wald stehen sechs Buchen im Kreis, voller Namen. Unsere fehlen noch.
Aus Buche von hier machen sie in Bleiwäsche Möbel, an denen noch die Enkel sitzen. In Leiberg bauen sie Häuser, schon in zweiter Generation. Ob das irgendwann eine KI macht? Da lachen die nur.
Zwei Architektinnen aus Haaren haben ein knallrotes Haus geplant, und drinnen gibt's Bäder, in denen sogar ich freiwillig kneippen würde. Und alle suchen Michael.
Bei Wöhler hab ich im Kinosessel genascht, zwischen lauter Messgeräten. Angefangen haben die mal mit Bürsten für Schornsteinfeger. Bringt ja Glück.
In Fürstenberg bauen sie Maschinen für fast die ganze Welt, und trotzdem empfangen sie einen mit offenen Armen. Und abends im Aatal-Haus guckt mich der Hund an der Bar an, als wär ich längst Stammgast.
Die Wünnenberger nennt man übrigens Maikawels, wie die Maikäfer. Die kommen jedes Jahr wieder. Ich glaub, ich auch.
Einen Kurschatten hab ich noch nicht … und an der Buche ist noch Platz. Komm doch einfach nach Bad Wünnenberg.
Bis ganz bald!