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Social Media Marketing B2B: Warum eure Einkäufer auch auf Instagram sind

„Unsere Kunden sind Unternehmen, die sitzen nicht auf TikTok.“ Stimmt. Aber der Einkaufsleiter, der bei euch bestellt, ist 44, nutzt zu 74 Prozent Wahrscheinlichkeit wöchentlich Social Media – und LinkedIn nur zu 6 Prozent. Hier steht, was die Zahlen sagen, welche Formate im B2B-Mittelstand funktionieren und wie ihr Anfragen statt Likes messt.

  • Josua Gösmann · Geschäftsführer Farbraum Vision GmbH
  • Stand: Oktober 2026
  • 8 Min. Lesezeit
Inhaltsverzeichnis anzeigen
  1. 01Funktioniert Social Media Marketing im B2B?
  2. 02Wo eure Entscheider wirklich sind: die Zahlen
  3. 03Warum B2B-Kunden bei Menschen kaufen, nicht bei Logos
  4. 04Die zwei Formate für B2B: Serie und Funnelfilm
  5. 05Was B2B-Content im Mittelstand leisten muss
  6. 06Messplan: Anfragen statt Likes
  7. 07Fazit

Kurz gesagt

  • 74 % der 30- bis 49-Jährigen und 53 % der 50- bis 69-Jährigen nutzen Social Media mindestens wöchentlich (ARD/ZDF-Medienstudie 2026). Eure Einkäufer, Planer und Geschäftsführer sind darunter.
  • LinkedIn erreichen nur 6 % der Bevölkerung wöchentlich, Instagram 40 %. B2B-Content nur auf LinkedIn zu posten, heißt: den Großteil der Entscheider in ihrer Freizeit zu verpassen.
  • B2B-Kunden kaufen bei Betrieben, denen sie vertrauen. Vertrauen entsteht, wenn man sieht, wer da arbeitet und wie – nicht durch Produktfotos.
  • Die Formate: Serie aus dem Betrieb für Bekanntheit, Funnelfilm für den Moment der Anfrage. Beides aus einem Produktionstag.
  • Gemessen wird in Anfragen, Rückrufen und Terminen mit Quelle – nicht in Likes. Dafür gibt es den Ergebnisbericht.

Funktioniert Social Media Marketing im B2B?

Ja – wenn ihr aufhört, euch Unternehmen als Zielgruppe vorzustellen, und anfangt, die Menschen darin zu sehen. Ein Unternehmen bestellt nichts. Ein Einkaufsleiter bestellt, eine Projektleiterin fragt an, ein Geschäftsführer entscheidet. Und diese Menschen sind abends auf dem Sofa auf denselben Plattformen wie alle anderen. B2B-Social-Media funktioniert nicht, wenn es wie ein Katalog aussieht. Es funktioniert, wenn es zeigt, wer ihr seid und ob man sich auf euch verlassen kann.

Wo eure Entscheider wirklich sind: die Zahlen

Die ARD/ZDF-Medienstudie ist die repräsentativste Quelle für Deutschland. Erhoben im Frühjahr 2026 zeigt sie ein Bild, das mit dem Bauchgefühl „unsere Kunden sind nicht auf Social Media“ nicht zusammenpasst:

Social-Media-Nutzung in Deutschland, mindestens wöchentlich
KennzahlWertQuelle
Social Media gesamt, 30–49 Jahre74 %ARD/ZDF-Medienstudie 2026
Social Media gesamt, 50–69 Jahre53 %ARD/ZDF-Medienstudie 2026
Instagram, Gesamtbevölkerung40 %ARD/ZDF-Medienstudie 2026
Facebook, Gesamtbevölkerung28 %ARD/ZDF-Medienstudie 2026
TikTok, Gesamtbevölkerung18 %ARD/ZDF-Medienstudie 2026
LinkedIn, Gesamtbevölkerung6 %ARD/ZDF-Medienstudie 2026
Instagram-Videos, 30–49 Jahre46 % nutzen sieOnline-Video-Monitor 2025 (misst Videonutzung, nicht Plattformnutzung)
YouTube, 30–49 / 50–69 Jahre60 % / 32 %ARD/ZDF-Medienstudie 2025

Zwei Dinge daran sind für B2B entscheidend. Erstens: Die Altersgruppe, die in Unternehmen entscheidet – 30 bis 49 – ist zu drei Vierteln wöchentlich auf Social Media. Zweitens: LinkedIn ist mit 6 % ein Nischenkanal. Wer B2B-Content nur dort postet, erreicht die Entscheider im Arbeitsmodus, aber nicht abends, wenn sie mehr Zeit haben und offener sind. Instagram und YouTube erreichen sie dort.

Warum B2B-Kunden bei Menschen kaufen, nicht bei Logos

Im B2B-Mittelstand geht es selten um das billigste Angebot. Es geht um die Frage: Liefern die pünktlich? Sind die erreichbar, wenn es brennt? Wer steht da hinter, wenn ich einen Vertrag über drei Jahre unterschreibe? Diese Fragen beantwortet kein Produktfoto. Sie beantwortet ein Video, in dem der Meister erklärt, warum er den Auftrag lieber einen Tag später rausgibt als mit einem Fehler. Oder in dem die Disponentin zeigt, wie sie morgens die Touren plant.

Das ist der Grund, warum wir B2B-Content aus dem Betrieb heraus produzieren, nicht aus dem Studio. Die Farbraum Formate funktionieren im B2B genauso wie im Recruiting: „So läuft's wirklich“ zeigt den Prozess, „Die ehrliche Antwort“ beantwortet die Frage, die Kunden sich nicht trauen zu stellen, „30 Sekunden Klartext“ erklärt in einem Satz, was ihr anders macht. Ein Farbraum Face als Host stellt die Fragen, die ein Kunde stellen würde – und eure Leute antworten, wie sie einem Kunden antworten würden.

Die zwei Formate für B2B: Serie und Funnelfilm

B2B-Content: Serie vs. Funnelfilm
KriteriumSerie aus dem BetriebFunnelfilm
AufgabeBekanntheit und Vertrauen bei Entscheidern in der Region aufbauenInteressenten vom Problem zur Anfrage führen
FormatHochkant, 20–60 Sekunden, 8 bis 20 Videos in einem festen FormatQuerformat, länger, ein Stück mit klarer Dramaturgie
KanalInstagram, YouTube, LinkedIn – organisch und als AnzeigeLandingpage, Anzeigen, Angebots-Mail, Messe
Wann er wirktVor der Anfrage: damit euer Name fällt, wenn jemand einen Lieferanten suchtIm Moment der Anfrage: damit aus Interesse ein Termin wird
BeispieleDie Formate auf der StartseiteBettenwelt, Darscht Überdachungen, Kuntze
MessgrößeReichweite bei Nicht-Followern, Profilaufrufe, Wiedererkennung im GesprächAnfragen, Rückrufe, Termine mit Quelle

Die meisten Betriebe brauchen beides, und beides entsteht an einem Produktionstag: Die Serie aus den Gesprächen mit dem Team, der Funnelfilm aus denselben Bildern mit einer Dramaturgie, die auf die Anfrage zuläuft. Warum wir keinen klassischen Imagefilm dafür empfehlen, steht in Imagefilm oder Serie?.

Was B2B-Content im Mittelstand leisten muss

  1. Den Prozess zeigen, nicht das Produkt. Wie wird bei euch geplant, gefertigt, geliefert, geprüft? Das ist, was ein Einkäufer wissen will, bevor er den Lieferanten wechselt.
  2. Die Menschen nennen. Wer nimmt den Anruf an? Wer ist auf der Baustelle? Namen und Gesichter machen aus einem Lieferanten einen Ansprechpartner.
  3. Regional denken. Euer Markt ist OWL, NRW, vielleicht Niedersachsen. Ein Video, das Paderborn, Bielefeld oder Gütersloh im Bild hat, wirkt bei Entscheidern aus der Region stärker als Hochglanz aus dem Nirgendwo.
  4. Die unbequeme Frage beantworten. Lieferzeit, Mindestmenge, was passiert bei Reklamation. Wer das offen sagt, gewinnt die, für die es passt – und spart sich die anderen.
  5. Einen Weg zur Anfrage bauen. Jedes Video führt irgendwohin: Landingpage mit Funnelfilm, Kontaktformular, Telefonnummer eines Menschen. Nicht „Mehr auf unserer Website“.

Messplan: Anfragen statt Likes

B2B-Social-Media scheitert selten am Content, sondern an der Messung: Nach drei Monaten liegen 400 Likes auf dem Tisch, und niemand weiß, ob daraus ein Auftrag wurde. So baut ihr es anders:

  1. Quelle abfragenJede Anfrage – Formular, Telefon, Messe – bekommt die Frage „Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden?“. Das ist die wichtigste Zahl im ganzen System.
  2. Links markierenJeder Video-Link führt mit UTM-Parameter auf die Landingpage. So seht ihr, welches Format Besucher bringt, nicht nur Views.
  3. Frühindikatoren im Blick behaltenReichweite bei Nicht-Followern, Profilaufrufe, Saves und Shares zeigen nach vier Wochen, ob die Serie bei den richtigen Leuten ankommt. Likes allein sagen wenig.
  4. Anfragen zählen, nicht KontakteQualifizierte Anfragen, Rückrufe, Termine, Angebote, Aufträge – mit Quelle. Nach jedem Takt steht das im Ergebnisbericht.
  5. NachsteuernWas im Vertrieb als Einwand kommt, wird im nächsten Takt zum Video. Die Serie wird mit jedem Produktionstag näher an eure Kunden.

Fazit

Eure Einkäufer sind auf Instagram, YouTube und ja, manchmal auf TikTok – nicht, um Lieferanten zu suchen, sondern weil sie Menschen sind. Wer dort regelmäßig zeigt, wer im Betrieb arbeitet und wie, ist der Name, der fällt, wenn jemand einen Lieferanten sucht. LinkedIn gehört dazu, reicht aber mit 6 % wöchentlicher Nutzung nicht. Wie ihr eine Agentur dafür auswählt – und welche Fragen ihr stellen solltet –, steht in Social Media Agentur finden.

Quellen

Nutzungszahlen beziehen sich auf die deutsche Bevölkerung, nicht auf Entscheider in Unternehmen; sie belegen Reichweite, nicht Kaufverhalten.

  1. ARD/ZDF-Medienstudie 2026 – Social Media wöchentlich: 74 % (30–49), 53 % (50–69); Instagram 40 %, Facebook 28 %, TikTok 18 %, LinkedIn 6 %
  2. Media Perspektiven: ARD/ZDF-Medienstudie 2025 – Social Media zwischen Wachstum und Sättigung – YouTube nach Alter; Online-Video-Monitor 2025: 46 % Instagram-Videos bei 30–49
  3. Statista: Social-Media-Nutzer nach Altersgruppen in Deutschland 2025 – Vergleichswerte 2025
  4. Metricool: State of Short-Form Video 2025 – +71 % Kurzvideos, Sättigung der Reichweite
  5. Metricool: Instagram Studie 2024 – Reels 37,87 % Reichweite
Über den AutorJosua Gösmann · Geschäftsführer Farbraum Vision GmbH

Josua führt Farbraum in Paderborn. Mit seinem Team produziert er an Produktionstagen Serien für Betriebe in OWL und NRW, die Azubis, Fachkräfte und Kunden brauchen – gemessen an Bewerbungen und Anfragen, nicht an Likes. Was hier steht, kommt aus echten Angeboten, echten Drehs und echten Fehlern.

So läuft ein Produktionstag ab

Häufige Fragen

B2B auf Social Media: die Fragen aus dem Erstgespräch

Was Geschäftsführer und Vertriebsleiter aus Industrie und Handwerk uns fragen, bevor sie Social Media ernst nehmen.

Welche Social-Media-Plattform ist für B2B am besten?

Keine allein. LinkedIn erreicht Entscheider im Arbeitsmodus, aber nur 6 % der Bevölkerung wöchentlich. Instagram (40 %) und YouTube (60 % bei 30–49-Jährigen) erreichen dieselben Menschen abends. Ein Format, das auf allen dreien läuft, ist der sinnvolle Weg.

Sind Geschäftskunden wirklich auf Instagram?

74 % der 30- bis 49-Jährigen nutzen Social Media wöchentlich (ARD/ZDF 2026), und 46 % dieser Altersgruppe nutzen Instagram-Videos (Online-Video-Monitor 2025). Einkäufer und Projektleiter sind in dieser Gruppe. Sie suchen dort keine Lieferanten – aber sie erkennen die wieder, die sie dort gesehen haben.

Was ist ein Funnelfilm?

Ein längeres Querformat-Video, das einen Interessenten vom Problem zur Anfrage führt – für Landingpages, Anzeigen und Angebots-Mails. Beispiele sind Bettenwelt, Darscht Überdachungen und Kuntze. Im Gegensatz zur Serie wirkt er im Moment der Anfrage, nicht davor.

Wie messen wir, ob Social Media Aufträge bringt?

Mit der Frage „Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden?“ bei jeder Anfrage, UTM-Links auf jedem Video und einem Ergebnisbericht nach jedem Takt, der Anfragen, Termine und Aufträge mit Quelle zählt. Likes sind Frühindikator, keine Kennzahl.

Muss unser Geschäftsführer vor die Kamera?

Nein. Ein Farbraum Face führt als Host durch die Videos; eure Leute – Meister, Disponentin, Vertrieb – antworten in kurzen Ausschnitten. Wer gar nicht ins Bild will, bleibt draußen; dann tragen die Faces die Serie.

Erstgespräch

Eure Kunden sind Menschen.Zeigt ihnen eure.

20 Minuten Erstgespräch: Welche Entscheider ihr erreichen wollt, welches Format passt, ob ein Funnelfilm dazugehört. Ohne Pitch, ohne Folien.