Inhaltsverzeichnis anzeigen
- 01Was kostet ein Videograf pro Tag?
- 02Warum BVFK-Honorare keine Paketpreise sind
- 03Sind Schnitt und fertige Videos im Tagessatz enthalten?
- 04Was kostet eine zweite Kamera oder ein zusätzliches Teammitglied?
- 05Videograf buchen oder Produktionstag mit Creator?
- 06Versteckte Kosten: Worauf ihr im Angebot achten müsst
- 07Fazit
Kurz gesagt
- Ein reiner Kameratag für rund 900 Euro netto deckt oft nur die Vor-Ort-Zeit und das Basis-Setup ab, aber keinen Schnitt.
- Paketpreise variieren stark: 900 Euro können acht Stunden Aufnahme ohne Schnitt oder zwei Stunden Vor-Ort-Zeit mit zwei fertigen Reels bedeuten.
- Offizielle Honorare wie die 367 bis 527 Euro vom BVFK gelten für TV-Kameraleute und spiegeln keine ganzheitlichen B2B-Pakete wider.
- Anfahrt und Reisezeit werden in der Regel separat kalkuliert und sind im pauschalen Tagessatz nicht inkludiert.
- Ein Produktionstag mit Creator liefert neben der reinen Technik auch Konzeption, Moderation und fertige Social-Media-Serien.
Ein Videograf-Tagessatz für B2B-Projekte liegt 2026 oft zwischen 900 und 1.350 Euro netto für acht Stunden vor Ort – Postproduktion und Nutzungsrechte müssen jedoch explizit im Angebot stehen. Ein Tagessatz ist die vereinbarte Vergütung für einen Produktionstag, deren genauer Leistungsumfang – von der Vor-Ort-Zeit über die Technik bis hin zu Schnitt und Nutzungsrechten – im Angebot detailliert definiert sein muss. Wenn ihr Videoproduktion planen und budgetieren wollt, reicht der Blick auf eine einzelne Zahl nicht aus. Ein nackter Preis sagt nichts über das fertige Ergebnis aus.
Was kostet ein Videograf pro Tag?
Ein Standard-Aufnahmetag von bis zu acht Stunden vor Ort kostet bei B2B-Anbietern 2026 oft rund 900 Euro netto (Freier Kameramann & Videoeditor (Anbieter) 2026). In diesem Preis ist meist ein mobiles Kamera-Setup enthalten. Kommen ein Lichtpaket und eine zweite Kamera hinzu, steigt der Preis für das Setup schnell auf 1.350 Euro netto (Freier Kameramann & Videoeditor (Anbieter) 2026). Diese Zahlen zeigen ein konkretes Anbieterbeispiel und dienen als realistischer Richtwert für eure Budgetplanung.
Ein reiner Kameratag bedeutet genau das: Jemand kommt in eure Bäckerei oder Logistikhalle, baut die Technik auf und drückt auf Aufnahme. Die anschließende Postproduktion ist bei diesem Basispreis nicht automatisch enthalten. Ihr kauft in diesem Fall reines Handwerk und Rohmaterial ein. Das ist sinnvoll, wenn ihr eine eigene Inhouse-Marketingabteilung habt, die den Schnitt übernimmt.
Fehlt euch diese Ressource, müsst ihr die Nachbearbeitung zwingend mit einkalkulieren. Sonst liegen die hochauflösenden Aufnahmen aus eurer Fertigung ungenutzt auf einer Festplatte. Vergleicht daher immer konkrete Leistungsbündel statt isolierter Tagespreise.
| Preis (netto) | Vor-Ort-Zeit | Technik-Setup | Postproduktion/Output |
|---|---|---|---|
| 900 € | 8 Stunden | Kamera Mobil | Kein Schnitt |
| 1.350 € | 8 Stunden | Kamera Mobil, Licht, 2. Kamera | Kein Schnitt |
| 900 € | 2 Stunden | Kamera Mobil | 2 fertige Social Reels |
Warum BVFK-Honorare keine Paketpreise sind
Wenn ihr nach Preisen recherchiert, stoßt ihr vielleicht auf die offiziellen Zahlen der Verbände. Der Bundesverband der Fernsehkameraleute (BVFK) weist für Fernsehkameraleute nach seinem Berufsbild Tagessätze von 367 Euro in Kategorie A bis 527 Euro in Kategorie C aus (Bundesverband der Fernsehkameraleute (BVFK) 2026). In Kategorie D nennt der Verband 551 Euro pro Tag (Bundesverband der Fernsehkameraleute (BVFK) 2026). Diese Zahlen klingen im ersten Moment attraktiv für euer Budget.
Diese Sätze gelten jedoch für bestimmte Beschäftigungsformen im TV-Bereich. Sie sind nicht mit einem B2B-Videografen-Paket inklusive eigener Technik und Schnitt gleichzusetzen. Ein Kameramann beim Fernsehen bringt oft keine eigene Ausrüstung mit und schneidet das Material nicht selbst. Er ist Teil eines großen Teams mit klar abgegrenzten Aufgaben.
Für lichtsetzende oder erste Kameraleute bei aufwendigen Produktionen nennt der Verband 662 Euro pro Tag als Mindesthonorar (Bundesverband der Fernsehkameraleute (BVFK) 2026). Auch das ist eine völlig andere Leistungskategorie als ein einzelner Videograf, der mit einem kompakten Setup euren Imagefilm kalkuliert. Übertragt TV-Honorare also niemals ungeprüft auf eure mittelständischen Videoprojekte.
Sind Schnitt und fertige Videos im Tagessatz enthalten?
Ein reiner Aufnahmetag beinhaltet nicht automatisch die Postproduktion. Anbieter schnüren oft separate Pakete, um den unterschiedlichen Anforderungen von Unternehmen gerecht zu werden. So kann ein 900-Euro-Paket entweder acht Stunden reine Aufnahme ohne Schnitt bedeuten, oder nur zwei Stunden Vor-Ort-Zeit, dafür aber inklusive zwei fertig geschnittener Social Reels (Freier Kameramann & Videoeditor (Anbieter) 2026). Ihr müsst also genau hinschauen, was ihr für euer Geld bekommt.
Plant ihr regelmäßigen Content für Social Media, müsst ihr die Ausgabeprodukte vorher definieren. Ein Event-Solo-Paket mit vier Stunden Vor-Ort-Zeit und einem geschnittenen Reel wird beispielsweise für 1.350 Euro netto angeboten (Freier Kameramann & Videoeditor (Anbieter) 2026). Jedes weitere Reel kostet bei diesem Anbieter ab 200 Euro extra (Freier Kameramann & Videoeditor (Anbieter) 2026). Solche Paketpreise geben euch Planungssicherheit für eure Kampagnen.
Was kostet eine zweite Kamera oder ein zusätzliches Teammitglied?
Eine zweite Kamera erweitert die Schnittoptionen bei Interviews enorm. Sie hebt den Paketpreis oft um rund 150 Euro an – beispielsweise von 1.200 Euro für ein Setup mit Licht auf 1.350 Euro für Licht plus zweite Kamera (Freier Kameramann & Videoeditor (Anbieter) 2026). Das ist eine sinnvolle Investition, wenn ihr Führungskräfte in der Industrie interviewt und flüssige Schnitte braucht.
Müssen parallele Programmpunkte abgedeckt werden, reicht eine Person nicht mehr aus. Ein zweiköpfiges Team ist nötig, was inklusive Schnitt von drei Reels mit jeweils bis zu 90 Sekunden Länge rund 2.990 Euro netto kosten kann (Freier Kameramann & Videoeditor (Anbieter) 2026). So verpasst ihr keine wichtigen Momente, wenn in der Klinik gleichzeitig ein Vortrag und eine praktische Übung stattfinden.
Ein solches Event-Duo-Paket umfasst dann oft auch eine erweiterte Tontechnik, etwa vier Audiokanäle durch zwei 2-Kanal-Ansteckmikrofone (Freier Kameramann & Videoeditor (Anbieter) 2026). Behandelt eine zweite Kamera oder ein zusätzliches Teammitglied also nicht nur als Technik-Upgrade. Sie sind die Lösung für nicht wiederholbare Situationen im Betriebsalltag.
Videograf buchen oder Produktionstag mit Creator?
Ein klassischer Videograf liefert hochwertiges Bildmaterial nach euren Vorgaben. Ihr sagt, was ihr braucht, und die Kamera läuft. Wenn ihr einen klassischen Videografen beauftragt, müsst ihr die inhaltliche Führung oft selbst übernehmen. Ihr seid für den roten Faden und die Regie vor Ort verantwortlich.
Ein Produktionstag mit einem Creator geht weiter. Hier steht die Person auch vor der Kamera, moderiert und entwickelt die Kurzclips aktiv mit. Wir arbeiten an solchen Tagen mit Creatorn aus unserem eigenen Pool, den Faces. Sie kennen die Plattformen und wissen, wie man einen Funnelfilm oder Arbeitgeberfilm aufbaut.
Statt einzelner Videos produzieren wir an einem solchen Produktionstag Serien in festen Farbraum Formaten. Das bedeutet für euch: weniger Abstimmungsaufwand und ein klares Konzept. Ihr kauft nicht nur Technik und Arbeitszeit, sondern eine funktionierende Content-Produktion für euer Marketing.
Versteckte Kosten: Worauf ihr im Angebot achten müsst
Die Anfahrt ist im pauschalen Tagessatz meist nicht enthalten und wird separat nach Aufwand kalkuliert. Prüft im Angebot genau, ob die Reisezeit als Arbeitszeit zählt und welche Reisekostenregel gilt. Pauschale Annahmen führen hier schnell zu unerwarteten Nachforderungen, besonders wenn das Team zu eurem Handwerksbetrieb auf dem Land anreist.
Zudem müssen Nutzungsrechte vorab schriftlich fixiert werden. Klärt, wo und wie lange ihr die Videos einsetzen dürft, um spätere Diskussionen über Nutzungsrechte und Lizenzen zu vermeiden. Ein Video für die interne Kommunikation erfordert andere Rechte als eine weltweite Werbekampagne.
Weitere typische Kalkulationslücken sind die Übergabe von Rohmaterial und die Anzahl der Korrekturschleifen. Legt vertraglich fest, ob ihr das ungeschnittene Material erhaltet und wie oft ihr Änderungen am fertigen Schnitt verlangen dürft.
- Reisekosten: Klärt, ob Kilometer abgerechnet werden und ob die Fahrzeit anteilig als Arbeitszeit gilt.
- Korrekturschleifen: Definiert, wie viele Feedbackrunden im Postproduktions-Paket inklusive sind.
- Rohmaterial: Haltet fest, ob ihr die ungeschnittenen Originaldaten auf einer Festplatte erhaltet.
- Musikrechte: Prüft, ob die Lizenzen für Hintergrundmusik im Preis enthalten sind oder separat berechnet werden.
Fazit
Ein Videograf-Tagessatz ist keine magische Zahl, die alle Fragen beantwortet. Er ist lediglich der Startpunkt für eine genaue Leistungsbeschreibung. Vergleicht immer die konkreten Pakete: Wie viele Stunden vor Ort sind abgedeckt? Welche Technik wird eingesetzt? Und vor allem: Wer macht den Schnitt?
Wenn ihr als mittelständisches Unternehmen sichtbarer werden wollt, braucht ihr mehr als nur schönes Bildmaterial. Ihr braucht fertige Formate, die eure Zielgruppe überzeugen. Achtet auf transparente Angebote, die Postproduktion, Nutzungsrechte und Reisekosten klar benennen. So erlebt ihr bei der Rechnungsstellung keine bösen Überraschungen und bekommt genau den Content, den ihr für euer Wachstum benötigt.
Quellen
Alle Zahlen sind öffentlich ausgewiesene Werte der genannten Quellen (Stand November 2026), keine Farbraum-Preisliste.
- Freier Kameramann & Videoeditor (Anbieter): Kameramann-Pakete und Preise (2026) – 900 € netto für einen Standard-Drehtag von bis zu 8 Stunden vor Ort, mit Kamera-Paket Mobil.
- Bundesverband der Fernsehkameraleute (BVFK): BVFK-Honorare ab 2026 – 527 € pro Tag für selbstständig freiberufliche Fernsehkameraleute nach BVFK-Berufsbild; ausgewiesen als Mindesthonorar ab 1. Januar 2026.
- Instagram Reels aufnehmen (2026) – 20 Minuten maximale Aufnahme- und Bearbeitungslänge für Reels; Reels über 3 Minuten werden laut Instagram nicht neuen Zielgruppen empfohlen.
- YouTube Shorts: Drei Minuten (2025) – 3 Minuten maximale Länge für YouTube Shorts; die Einstufung gilt für quadratische oder vertikale Uploads seit dem 15. Oktober 2024.