Inhaltsverzeichnis anzeigen
- 01Was kostet ein Recruiting Video 2026? Drei Wege, drei Preise
- 02Weg 1: Selbst drehen – 0 € und trotzdem nicht umsonst
- 03Weg 2: Freelancer – gute Bilder, aber ihr seid die Agentur
- 04Weg 3: Agentur – und die Frage, was danach passiert
- 05Die Gegenrechnung: Was die unbesetzte Stelle kostet
- 06Was Bewerbungen bringt: Wiederholung, nicht Perfektion
- 07Welcher Weg passt zu euch? Eine ehrliche Entscheidungshilfe
- 08Fazit
Kurz gesagt
- Selbst gedreht kostet 0 € Honorar, aber Arbeitszeit – und meistens Reichweite, weil Hook und Schnitt fehlen.
- Freelancer: Videograf 750–1.800 € am Tag plus Cutter 250–850 € – ein einfacher Film ab grob 1.500 bis 3.500 € netto.
- Agentur: Recruiting-Videos liegen 2026 bei 3.500 bis 14.000 €, im Mittelstand häufig 6.000 bis 12.000 € (Marktspannen, Quellen unten).
- Die Gegenrechnung: Eine unbesetzte Stelle kostet rund 49.500 € (Stepstone-Modell), die Besetzung dauert im Median 78 Tage (BA 2025).
- Ein einzelnes Video löst das selten. Eine Serie aus einem Produktionstag mit festem Tagespreis bringt Wiederholung – und die bringt Bewerbungen.
Was kostet ein Recruiting Video 2026? Drei Wege, drei Preise
Die kurze Antwort: Ein Recruiting-Video kostet 2026 zwischen 0 € Honorar (selbst mit dem Handy) und rund 14.000 € netto (Agentur mit Konzept, Drehtag und Fassungen). Die lange Antwort hängt davon ab, welchen der drei Wege ihr geht – und was ihr am Ende in der Hand haben wollt.
| Weg | Kosten | Was ihr bekommt | Der Haken |
|---|---|---|---|
| Selbst mit dem Handy | 0 € Honorar; 1–3 Arbeitstage intern | Authentische Clips, sofort verfügbar | Hook, Ton, Schnitt und Regelmäßigkeit fehlen meist – die Reichweite bleibt bei den Leuten, die euch schon kennen |
| Freelancer (Videograf + Cutter) | ca. 1.500 – 3.500 € für einen einfachen Film | Saubere Bilder, guter Ton, ein Hauptfilm | Konzept, Moderation und Social-Fassungen müsst ihr selbst organisieren; KSK-Abgabe 4,9 % möglich |
| Agentur / Produktionsfirma | 3.500 – 14.000 €; Mittelstand häufig 6.000 – 12.000 € | Konzept, Drehtag, Interviews, Hauptfilm plus Social-Cutdowns, Rechte | Teuer, wenn danach nichts kommt: ein Film ist ein Ereignis, keine Serie |
Die Agentur-Spannen stammen aus Preisübersichten von stark.productions (3.500–14.000 €), Eigenart Filmproduktion (3.000–20.000 €, Mittelstand 6.000–12.000 €) und Schneider Studios (4.000–30.000 €), alle Preisstand 2026. Fachpower nennt für Mitarbeitervideos und Recruitingfilme 3.000–25.000 € einmalig.
Weg 1: Selbst drehen – 0 € und trotzdem nicht umsonst
Ja, das geht. Ein aktuelles Smartphone filmt besser als jede Kamera vor zehn Jahren. Und ehrlich gesagt: Lieber ein wackliger Clip vom echten Azubi als gar nichts. Das Problem ist nicht die Technik, sondern alles drumherum:
- Wer macht es? Die Marketingperson hat drei andere Jobs, der Azubi traut sich nicht, die Geschäftsführung hat keine Zeit.
- Was wird erzählt? Ohne Format wird aus „Erzähl mal, wie es hier ist“ ein 4-Minuten-Monolog, den niemand zu Ende schaut.
- Wie oft? Einmal begeistert losgelegt, nach drei Wochen vergessen. Reichweite entsteht aber durch Wiederholung.
- Wer schneidet? Untertitel, Hook in den ersten zwei Sekunden, Ton – das kostet jemanden einen halben Tag pro Video.
Rechnet die interne Zeit mit: Zwei Tage im Monat einer Fachkraft sind je nach Gehalt schnell 400 bis 800 € – und das Video sieht trotzdem aus wie selbst gemacht. Was okay ist, solange ihr wisst, was ihr davon erwarten könnt.
Weg 2: Freelancer – gute Bilder, aber ihr seid die Agentur
Ein Videograf kostet 2026 etwa 750 bis 1.800 € am Tag, ein Cutter 250 bis 850 € (Kopfsalat Medien, Starkefilme, Preisstand 2026). Für einen einfachen Recruiting-Film mit einem Drehtag und zwei Schnitttagen landet ihr grob bei 1.500 bis 3.500 € netto. Das ist fair – wenn ihr den Rest selbst macht: Interviewfragen schreiben, Mitarbeiter vorbereiten, am Set moderieren, Fassungen abnehmen, veröffentlichen. Und: Wer selbstständige Kreative beauftragt, zahlt ab 1.000 € Jahresentgelt 4,9 % Künstlersozialabgabe (KSK 2026). Mehr dazu in Videograf buchen oder Produktionstag?.
Weg 3: Agentur – und die Frage, was danach passiert
Eine Agentur nimmt euch Konzept, Dreh, Schnitt und Rechte ab. Dafür zahlt ihr im Mittelstand typischerweise 6.000 bis 12.000 € für einen Film mit Interviews und Social-Varianten. Das Ergebnis ist meist gut. Das Problem ist das Modell: Ihr kauft ein Video. Es läuft auf der Karriereseite, wird zweimal gepostet, und dann ist Ruhe. Die Leute, die ihr sucht, haben es in der Zeit nicht gesehen – sie scrollen jeden Tag an hunderten Videos vorbei, eures war einmal dabei.
Die Gegenrechnung: Was die unbesetzte Stelle kostet
Bevor ihr über 3.000 oder 10.000 € für ein Video diskutiert, rechnet die andere Seite:
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Offene Stellen gesamt | 1,03 Mio. (Q3 2025) | IAB-Stellenerhebung 2025 |
| Vakanzzeit, alle Berufe | 78 Tage Median | BA-Arbeitsmarktmonitor 2025 |
| Vakanzzeit Pflege | 85 Tage Median | BA 2025 |
| Vakanzzeit Bau und Ausbau | 87 Tage Median | BA 2025 |
| Vakanzzeit Handwerk | 242 Tage Durchschnitt | KOFA/iwd 2026, Datenjahr 2025 |
| Cost of Vacancy je Stelle | ca. 49.500 € | Stepstone-Modellrechnung, Basis 2023 |
| Vakanzkosten pro Monat | ca. 4.100 – 10.900 € | abgeleitet aus Stepstone-Modell |
| Betriebe mit Besetzungsproblemen | 36 %, KMU über 40 %, Bau 49 % | DIHK-Fachkräftereport 2025/2026 |
Das Stepstone-Modell ist ein Durchschnitt über alle Stellen, keine Rechnung für euren Betrieb. Aber selbst wenn eure Stelle nur ein Viertel davon kostet: Ein Video, das die Vakanz um einen Monat verkürzt, hat sich bezahlt. Die Frage ist also nicht, ob ihr Geld für Video ausgebt, sondern ob das Video wirklich Bewerbungen bringt – oder nur gut aussieht.
Was Bewerbungen bringt: Wiederholung, nicht Perfektion
Hier ist, was wir in drei Jahren Arbeitgeberfilmen gelernt haben – bei der Bäckerei Nabrotzky, beim Bauzentrum Westerhorstmann, bei Wir Kitas: Der Film ist gut. Er hilft auf der Karriereseite. Aber die Bewerbungen kamen, wenn daraus eine Serie wurde: kurze Hochkant-Videos in einem festen Format, über Wochen veröffentlicht, mit echten Leuten aus dem Betrieb.
Deshalb gibt es bei uns den [Produktionstag](/videoproduktion-nrw): ein Tag bei euch, ein Farbraum Format wie „Schichtwechsel“ oder „Die ehrliche Antwort“, ein Farbraum Face als Host, der eure Leute aus der Reserve holt – und am Ende 8 bis 20 fertige Videos plus Veröffentlichungsplan. Ein Arbeitgeberfilm für die Karriereseite entsteht am selben Tag mit, wenn ihr ihn wollt.
Welcher Weg passt zu euch? Eine ehrliche Entscheidungshilfe
- Ihr habt eine Person mit Zeit und LustDreht selbst. Nehmt ein festes Format, haltet euch an 30 Sekunden, postet zweimal die Woche. Nach drei Monaten wisst ihr, ob es trägt.
- Ihr braucht einen Film für Karriereseite und MesseFreelancer oder Agentur, 1 Drehtag, Hauptfilm plus 3 Hochkant-Fassungen. Rechte für eure Kanäle schriftlich.
- Ihr braucht Bewerbungen, nicht nur ein VideoSerie statt Film. Ein Produktionstag im Takt – Quartal oder Monat – mit Ergebnisbericht, der Bewerbungen zählt, nicht Views.
- Ihr habt schon Videos, aber keine BewerbungenPrüft Hook, Format und Regelmäßigkeit, bevor ihr mehr Geld ausgebt. Oft fehlt nicht Qualität, sondern System.
Fazit
Recruiting-Videos kosten 2026 zwischen null und rund 14.000 € – und jeder der drei Wege kann richtig sein. Entscheidend ist die Gegenrechnung: Eine Vakanz kostet im Schnitt 49.500 € und dauert 78 Tage. Ein Video, das Bewerbungen bringt, ist deshalb fast immer günstiger als keins. Was es bringen muss, ist Wiederholung bei den Leuten, die euch noch nicht kennen. Wie andere Betriebe aus OWL das gelöst haben, zeigen die 7 Recruiting-Video-Beispiele aus dem Mittelstand.
Quellen
Preise sind öffentlich ausgewiesene Anbieter-Richtwerte (netto, Preisstand 2026), keine Farbraum-Preisliste. Arbeitsmarktzahlen aus amtlichen und Verbandsquellen.
- stark.productions: Videoproduktion Kosten (2026) – Recruiting-Video 3.500–14.000 €
- Eigenart Filmproduktion: Recruiting Video Kosten (2026) – 3.000–20.000 €, Mittelstand häufig 6.000–12.000 €
- Schneider Studios: Was kostet ein Recruiting-Video? (2026) – Agenturspanne 4.000–30.000 €
- Fachpower: Was kostet Employer Branding? (2025/2026) – Mitarbeitervideos/Recruitingfilm 3.000–25.000 €
- Kopfsalat Medien: Imagefilm Kosten (2026) – Kameramann 1.200–1.800 €/Tag
- IAB: Rund 1 Million offene Stellen (2025) – 1,03 Mio. offene Stellen Q3 2025
- Bundesagentur für Arbeit: Fachkräfteengpassanalyse 2025 – Vakanzzeiten nach Berufsgruppen
- iwd: Im Handwerk sind Fachkräfte weiterhin knapp (2026) – 242 Tage Vakanzzeit Handwerk
- DIHK: Fachkräftereport 2025/2026 – 36 % der Betriebe mit Besetzungsproblemen, KMU über 40 %
- Haufe Akademie: Recruiting-Videos (2024) – Cammio-Fallstudie und LinkedIn-Umfrage – Anbieterstudien
- Künstlersozialkasse: FAQ Unternehmen und Verwerter – Abgabepflicht, 4,9 % (2026)